Hundeleben

Sag niemals nie – Veränderungen im Hundeleben

Wie euch die Überschrift vielleicht schon verrät gibt es bei uns etwas neues. Zumindest bei den Hunden, denn wir sind auf eine neue Ernährung umgestiegen. 
Wieso, weshalb, warum möchte ich euch jetzt mal erzählen.
Wie einige von euch bestimmt schon wissen hatten wir lange Zeit Probleme mit Johnny. Bei ihm wurde vor Monaten eine Futtermittelallergie festgestellt. Von unserem Tierarzt wurde uns dann eine Umstellung auf Schonkost empfohlen, damit er sich erstmal davon erholen konnte. Ihm ging es nämlich wochenlang sehr schlecht und durch die ersten (gefühlt täglichen) Besuche bei unterschiedlichen Tierärzten wurde es leider nicht besser. 
Erst wurde er einige Wochen lang gegen eine Magen-Darm-Infektion behandelt. Die Medikamente und Spritzen schlugen auch jedes Mal an, aber die Besserung hielt nicht länger als einige Stunden an. Bis zu der Umstellung auf Schonkost sind wir fast durchgedreht, weil wir einfach nicht mehr wussten, was wir für ihn tun könnten, damit es ihm endlich wieder besser geht. 
Die Schonkost – also jeden Tag Hühnchen, Reis, Kartoffeln, Möhren und ein bisschen Frischkäse – schlugen gut an und wir haben nun über Monate immer brav gekocht. Mit dem erfreulichen Ergebnis, dass es ihm endlich besser ging. 



Wieso dann jetzt aber wieder eine Futterumstellung?

Ich bin ja ehrlich, so ein bisschen lag es auch an der Bequemlichkeit. Alle zwei Wochen stundenlang Futter kochen und portionieren? Das war einfach alles viel zu aufwändig – ich weiß ich bin ein Rabenfrauchen 😉 
Also habe ich mich auf die Suche nach einem neuen Futter gemacht, um einfach ein bisschen Mühe, Zeit und natürlich auch Geld zu sparen. 
Wir wussten mittlerweile, dass Johnny kein Rind verträgt, Lamm und Hühnchen hingegen sind kein Problem. Am Liebsten wollte ich ein Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil und so habe ich mich auf die Suche gemacht.

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Das perfekte Futter zu finden ist gar nicht so einfach, ich möchte ja auch ehrlich zu euch sein. Ich habe mir vorher nie wirklich Gedanken über das Hundefutter gemacht. Es gab früher immer irgendein Trockenfutter aus dem Supermarkt und irgendwann stiegen wir auf Pedigree Nassfutter um.  Das vereinfachte die Suche nicht gerade, aber ich bin auch auf wirklich gute Marken und Sorten gestoßen. Mein Favorit war auf jeden Fall das Nassfutter von Wolfsblut, die Zusammensetzung und vor allem der sehr hohe Fleischanteil waren hier definitiv sehr vorteilhaft, das einzige Manko an dem Futter war der Preis.
Nur für Johnny, der ja nun für eine Französische Bulldogge mit gerade mal 9Kilo wirklich mehr als klein und zierlich ist, wären wir im Monat hier bei circa 100€ gewesen. Das ist natürlich wirklich sehr teuer und ehrlich gesagt auch ZU teuer. 
Durch meine Freundin wurde ich schon vor längerer Zeit auf BARF hingewiesen, aber ich habe mich immer etwas dagegen gesträubt, denn wirklich zeitsparend und auch kostensparend im Vergleich zum kochen ist es natürlich nicht – so dachte ich zumindest. 
Sie ließ aber nicht locker und so habe ich mich ein bisschen informiert und vor allem auch mal die Preise verglichen.


BAR – Was?

Ja, ihr habt schon richtig gelesen und einigen von euch wird BARF sicher auch schon bekannt vorkommen. BARF ist die Abkürzung für Biologisch Artgerechte Roh Fütterung und das machen wir jetzt. Nach einer Buchempfehlung und einem groben BARF-Plan (den könnt ihr hier erstellen) habe ich mich anhand des Buches und den Tipps meiner Freundin durch das Neuland gebuddelt und den Jungs einen eigenen, genau auf sie abgestimmten Futterplan erstellt. 
Am Anfang was es wirklich schwierig und ich musste gefühlt alles dreimal nachschlagen, aber im Endeffekt hat es sich mehr als gelohnt.

So sieht Johnny´s Wochenplan aus, Duke´s ist ähnlich, nur bekommt er kein Lamm sondern Rind.

Ich war mehr als überrascht zu sehen, dass die Fütterung von rohem Fleisch so viel günstiger ist. Es stellt sogar viele hochwertigere Trockenfutter preislich in den Schatten. Dazu ist es noch das beste, was man seinem Hund füttern kann, wenn man es denn richtig und mit Bedacht füttert. Ich finde es mittlerweile total wichtig zu wissen, was genau bei meinen Jungs im Napf landet und mit dem Barfen kann ich mir auch sicher sein, dass keine künstlichen Stoffe oder tierischer Abfall im Futter sind. 
Zugegeben einige Dinge finde ich ziemlich eklig und ich bin mehr als froh, dass der Pansen aus unserem Barf-Shop schon gewürfelt ist, der stinkt nämlich selbst gefroren noch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber das wichtigste ist, dass die Jungs das Futter lieben! Duke war am Anfang etwas zaghaft, er kannte bisher ja wirklich NUR sein Trockenfutter und nichts anderes, aber schon nach der zweiten Mahlzeit war der Napf innerhalb Sekunden wie leergefegt. 

So sieht eine Mahlzeit aus Hühnerhälsen, Pansen, Obst/Gemüse
und Seealgen-Pulver aus.

 

We BARF

Es gibt natürlich immer seine Vor- und Nachteile von jeglicher Fütterung, aber ich bin mittlerweile mehr als froh, dass ich mich dann doch noch habe überreden lassen, obwohl ich vorher gesagt habe, dass ich wenn irgendwie möglich niemals Barfen möchte (Danke meine Liebe <3).

„Das BARF-Buch“ von Nadine Wolf kann ich jedem, der sich etwas mit dem Barfen auseinandersetzen möchte wirklich wärmstens empfehlen, hier ist alles Schritt für Schritt erklärt wie das alles funktioniert und warum überhaupt. 
Das beste an der ganzen Umstellung ist natürlich, dass Johnny so toll damit klarkommt und er keine Probleme mehr hat, auch wenn es für mich weiterhin heißt: Portionieren! 
Das ist aber für mich in Ordnung, solange ich weiß, dass es meinen Jungs damit gut geht!

Falls ihr Fragen zum Barfen habt, oder einfach so etwas wissen wollt scheut euch nicht uns zu fragen! Wir beissen nicht – versprochen 😉 

Liebe Grüße 
Eva, Johnny & Duke 

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14 Kommentare

  • Reply Johanna

    Na da habt ihr aber Glück, dass du so eine tolle Freundin hast, die dir das empfohlen hat! Toffee bekommt seit einem Monat nämlich auch Barf und er ist auch fit wie nie, Barfen ist halt doch das allerbeste!
    Nur das ich schon immer Barfen wollte, das Problem war nur, dass ich keine Gefriertruhe hatte.
    Ich bin schon gespannt, wie bei euch das Barfen weiter geht!

    Liebe Grüße,

    Toffee & Johanna 🙂

    29. Januar 2018 at 21:38
  • Reply Kleine Hundeschnauzen

    Klasse, dass du mit der Ernährungsumstellung die Probleme in den Griff bekommen hast. Ich barfe auch schon viele Jahre, obwohl mich der Aufwand zeitweise nervt. Dann bin ich immer froh, wenn ich in den Urlaub mit den Hunden fahre, weil ich in der Zeit Nassfutter verfüttere. Aber insgesamt merke ich auch, dass Grisu und Kessie das Barfen besser vertragen, bzw. besser verwerten.

    Liebe Grüße Kerstin mit Grisu und Kessie

    30. Januar 2018 at 1:01
    • Reply handvollhufeisen

      Ja, ich habe es im Urlaub jetzt auch wieder gemerkt wie entspannt es doch ist, nicht zu barfen:D Aber es kamen auch direkt einige Problemchen zurück die wir vor dem Barfen hatten, z.B. zu weicher Kot und vor allem ganz schlimmes Pupsen. Jetzt ist aber wieder alles Gebarft und die „Wehwehchen“ wieder weg 🙂
      Wir nehmen doch gerne einen solchen Aufwand in Kauf, wenn man merkt und weiß wie gut es den Vierbeinern tut!

      Liebe Grüße von Eva & der Handvoll Hufeisen

      26. März 2018 at 17:53
  • Reply Denise liest

    Huhu 🙂 Wir haben auch vor ein paar Wochen auf Barf umgestellt 🙂 Bisher finde ich es ganz spannend und merke den Aufwand noch gar nicht…

    Grüße Denise

    30. Januar 2018 at 10:10
  • Reply Meine handvoll Hufeisen

    Da stimme ich dir definitiv zu! Barfen ist wirklich toll!
    An einer Gefriertruhe hat es bei uns zum Glück nicht gescheitert, wir haben eine ganz große im Keller stehen, die ist jetzt bis zum Rand mit portionierten Dosen und Frostfleisch gefüllt 😀

    Liebe Grüße von uns 🙂

    31. Januar 2018 at 18:43
  • Reply Meine handvoll Hufeisen

    Das glaube ich dir, es ist ja trotzdem sehr aufwändig und das Portionieren geht ja leider auch nicht innerhalb von zehn Minuten von dannen!
    Aber was macht man nicht alles für das leibliche Hundewohl 😉 ?

    Liebe Grüße von Eva & der Handvoll Hufeisen

    31. Januar 2018 at 18:44
  • Reply Meine handvoll Hufeisen

    Na vielleicht bleibt das bei euch ja auch so unkompliziert und ich mache mir einfach einen viel zu großen Aufwand 😀

    Liebe Grüße von Eva & der Handvoll Hufeisen

    31. Januar 2018 at 18:49
  • Reply Isabella Staudt-Millmann

    Ich freue mich, dass Du eine für euch passende Fütterungsmethode gefunden hast – so viele davon gibt es ja auf dem Hundesektor … und jede hat ihre Vor- und auch Nachteile.
    Je nach Hund / Mensch / finanziellen Möglichkeiten / Zeitaufwand / Reisefreudigkeit und vielem mehr ist es einfach wichtig, dass man für sich und seinen Hund den besten Weg findet.
    Ich halte schon seit vielen Jahren nichts von den ganzen Fütterungskonzepten (egal ob BARF, Prey-Raw, Vegan, Trockenfutter kaltgepresst oder sonstigem) – bei uns wird ganz einfach gefüttert (wobei auch das neuerdings einen Namen hat – ABAM).

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    2. Februar 2018 at 13:14
  • Reply Meine handvoll Hufeisen

    Ja, da hast du wohl Recht es gibt so unglaublich viel! Da wird dann natürlich auch die Entscheidung nicht gerade leichter durch!
    Aber von ABAM habe ich auch noch nie gehört, ich habe mich gerade mal ein wenig eingelesen, das klingt auch wirklich interessant! So viele Möglichkeiten und so viele komische Namen 😀

    Liebe Grüße von Eva & der Handvoll Hufeisen

    2. Februar 2018 at 14:34
  • Reply Auenländerin

    Wir barfen hier auch schon lange und sind sehr zufrieden. Was das Portionieren des Futters angeht, sind wir dazu übergegangen gleich für mehrere Wochen vorzuportionieren und einzufrieren.
    Günstiger ist es bei uns nicht, da ich sehr darauf achte, dass das Fleisch für die Hunde von Tieren aus artgerechter Haltung stammt. Einmal bin ich ein Tierfreund und möchte das eben auch für die sogenannten Nutztiere und dann denke ich auch, dass das Fleisch so einfach gesünder für die Hundekinder ist. Mir ist es das einfach wert und wir sparen dann lieber an anderer Stelle.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

    5. Februar 2018 at 9:43
  • Reply Anonym

    Hallo ja Barfen kann wirklich eine super Sache sein!
    V.a. weil man ganz genau bestimmen kann was im Napf landet und was nicht.
    Ich würde aber wirklich wirklich dringend dazu raten von einem auf Tierernährung und Diätetik spezialisierten Tierarzt überprüfen zu lassen (Blutbild/BARF Profil ist nicht ausreichend!)
    Ich hab eine Zeit lang bei Frau Dr. N. Dillitzer mitlaufen dürfen im Rahmen des Tiermedizin Studiums und so gut wie jede Barfration hat gravierende Mängel gehabt, obwohl dahinter engagierte und belesene Besitzer standen.
    Leider ist die Literatur im Moment einfach noch nicht so gut.
    Ich weiß es ist nicht billig aber nur so kann man sich sicher sein, dass man eine Bedarfsdeckende Ration hat

    14. Februar 2018 at 11:37
  • Reply Meine handvoll Hufeisen

    Ja das ist eine gute Idee! Ich portioniere jetzt immer erstmal für zwei Wochen, langfristig würde ich aber gerne direkt für einen Monat portionieren.
    Das finde ich eine klasse Einstellung die du hast! Wirklich klasse 🙂
    Liebe Grüße von Eva & der Handvoll Hufeisen

    26. Februar 2018 at 13:24
  • Reply Meine handvoll Hufeisen

    Hallo,
    Das wollte ich sowieso mal machen, aber jetzt ist es m.M.n einfach noch zu früh dafür. Wir Barfen ja noch nicht so lange und ein Mangel entsteht ja nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit. Somit wollte ich das in ein paar Monaten mal anstreben und einfach schauen ob und was meinen Jungs fehlt.
    Weißt du denn wie hoch die Kosten für einen solchen Test sind?

    Liebe Grüße von Eva & der Handvoll Hufeisen

    26. Februar 2018 at 13:27
  • Reply Steffi

    Das klingt doch super.
    Ich bin aufgrund gesundheitlicher Probleme meines Hundes auch beim Barfen gelandet und es war absolut das Richtige. Und sie liebt ihr Futter.
    Das Portionieren wird mit jedem Mal einfacher und es geht immer schneller, sobald man erstmal Routine drin hat. Ich portioniere immer gleich für einen ganzen Monat. Das ist dann einmal richtig Arbeit, dafür ist dann den ganzen Monat Ruhe. Ich hoffe, dass ihr die gesundheitlichen Probleme damit jetzt auch in den Griff kriegt. Die Daumen sind gedrückt.
    Liebe Grüße
    Steffi

    8. Mai 2018 at 23:10
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