Lichtblicke meine Pferde

Nicht gesucht, aber trotzdem gefunden

Heute ist es mal Zeit für einen etwas anderen Blogpost, denn ich blogge ja nicht nur für euch. Ich weiß es klingt fies aber ich blogge auch um Erinnerungen für mich selbst festzuhalten. Dafür habe ich die Kategorie „Lichtblicke“ ins Leben gerufen, um genau diese Erinnerungen für mich festhalten zu können und jeden von euch daran teilhaben zu lassen. Vorausgesetzt natürlich, dass ihr überhaupt daran teilhaben möchtet.

Der Traum vom eigenen Pferd

Welches Pferdemädchen träumt nicht von einem eigenen Pferd?
Für mich war es eine gefühlte Ewigkeit bis dieser Traum endlich in Erfüllung gehen konnte und ich hatte ganz genaue Vorstellungen wie dieses Pferd sein sollte:  ein deutsches Reitpony, natürlich am besten einen Schimmel, keine Stute wenn es geht und ich wollte auf Dressur- und Springturniere gehen. Als damals genau so ein Pony auf unserem Hof verkauft wurde, war ich Feuer und Flamme! Das ist genau das Pferd, von dem ich schon immer geträumt hatte, aber meine Eltern stellten sich quer. Mal wieder. Was ich auch versuchte, sie wollten einfach nicht „Ja“ sagen. Ich glaube bei mir ist damals eine kleine Welt eingestürzt als dieses Pony verkauft wurde und ich nicht die stolze Besitzerin war, aber wie sagt man so schön? Man bekommt immer das Pferd, das man braucht.
Zu jedem noch so möglichen Anlass, sei es meinem Geburtstag, Weihnachten, Ostern oder allen zusammen wünschte ich mir ein Pferd.

Die besten Dinge passieren, wenn man sie am wenigsten erwartet

Kennt ihr den Spruch „Die besten Dinge passieren, wenn man sie am wenigsten erwartet“?
Mein Gebettel an Mama & Papa wurde weniger, nicht etwa weil ich meinen Traum nach einem eigenen Pferd aufgeben hatte, sondern vielmehr weil ich das Gefühl hatte, dass meine Eltern mir bei so viel Generve sowieso niemals ein Pferd kaufen würden. Sooft hatte mein Papa mir die ganzen Kosten vorgerechnet, die monatlich für ein Pferd anfallen würden. Und was wäre wenn ich irgendwann gar nicht mehr reiten will?
Einige Jahre nach dem besgaten Schimmelpony hatte ich das Privileg ein Privatpferd in den Unterrichtsstunden zu reiten. Ihr glaubt gar nicht was das für eine große Ehre war. Das durfte man nämlich wirklich nicht oft – außer man hatte selbst ein Pony.

Wie alles begann…

Ihr anht wahrscheinlich schon was jetzt kommt oder?
Genau! Die allererste Reitstunde mit Diego.
Ich muss ja ehrlich sein, wirklich an reiten war irgendwie nicht zu denken. Diego war völlig von der Rolle (okay nein, Diego war halt einach Diego) und preschte mit mir durch die Halle. Eigentlich wollte ich nur mal galoppieren. Naja Privatpferder sind halt anders als die Schulpferde und er hat mit mir da oben wirklich gemacht was er wollte. Rechts rum? Och nö, wir gehen erstmal nach links und dann ganz schnell wieder in die Mitte zu den anderen Pferden. Traben? Grad nicht, aber hey frag doch später nochmal.
Jeder normale Mensch wäre wahrscheinlich heilfroh gewesen, dass die Reitstunde endlich beendet war und hätte sich nicht noch einmal auf das dickköpfige Pony gesetzt. Ich hingegen bin mit dem größten Grinsen abgestiegen und habe inständig auf die nächste Reitstunde hingefiebert. Die ganze Woche schwärmte ich allein nur von Diego und wie viel Spaß diese Reitstunde doch gemacht hat.

Die zweite Reitstunde

In der zweiten Reitstunde lief es nicht sonderlich besser, als in der ersten. Trotzdem stieg ich auch hier wieder mit einem breiten Grinsen ab. Beim Absatteln erzählte mir jemand aus dem Stall, dass Diego zu verkaufen wäre und ob ich ihn deswegen reiten würde. Der Wunsch vom eigenen Pferd rückte also wieder in den Vordergrund. Wie toll wäre es Diego „Mein Pferd“ nennen zu können?
Ich wusste ja nicht, dass meine Eltern mich nur aus diesem Grund Diego ausprobieren und reiten ließen. Ich hatte den Pferdewunsch ja erstmal beiseite geschoben, oder zumindest nicht mehr dauerhaft kundgetan.
Und so wuchs in mir wieder der große Traum vom eigenen Pferd.

Der große Tag

Überraschenderweise kam mein Papa zur dritten Reitstunde mit Diego mit. Das war ein wirklich besonderer Tag, denn Papa hatte meistens durch die Arbeit leider keine Zeit mitzukommen.  Am Ende der Reitstunde fragte mich mein Papa ob ich Spaß hatte und ob ich Diego mochte und ich kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus.

Er unterbrach mich irgendwann und sagte nur „Evi, Diego ist jetzt dein Pferd!“
Ich hätte in dem Moment wirklich gerne mein Gesicht gesehen, ich k

onnte es wirklich nicht fassen!
Hat er das gerade wirklich gesagt?
Als ich ein bisschen realisieren konnte, was gerade passiert bin ich in Tränen ausgebrochen und MEINEM Pferd um den Hals gefallen. Danach kam natürlich auch noch ein tränenüberströmtes Dankeschön und Kuscheln für den Weltbesten Papa dran. Geweint haben wir übrigens alle – bis auf Diego – Mama, Papa, meine Reitlehrerin und ich standen weinend in der Halle.
Endlich hatte auch ich mein eigenes Pferd!

Das Glück schien zu zerbrechen

Bevor es überhaupt richtig angefangen hatte, schien mein kurzes Glück mit Diego schon wieder zu zerbrechen. Die Verkäufer wollten aufeinmal doch mehr Geld haben als abgesprochen und alle unsere „Freunde“ rieten meinen Eltern davon ab Diego für mich zu kaufen. Diego wäre einfach nicht das richtige Pferd für mich, denn ich bräuchte eines, mit dem ich auch Ambitionen im Turniersport verfolgen könnte. Wie soll das mit einem Pony gehen, dass nicht mal eine ordentliche Dressuraufgabe laufen kann, geschweige denn je über ein Cavaletti zu reiten war?
Außerdem hatte Diego früher mal Hufrehe! T

otal gefährlich, was passiert wenn er einen Rückfall hat?
Ich habe glücklicherweise von all dem nicht so viel mitbekommen und meine Mama hat sich auf ihr Herz verlassen.
Diego wurde gekauft.
Ich kann euch sagen, dieser Tag ist mittlerweile über 10 Jahre her, trotzdem erinnere ich mich daran als wäre es gestern gewesen.

Springen kann er übrigens ziemlich gut !

Danke für alles

In diesen 10 Jahren mit Diego haben wir so unendlich viel erlebt, gutes und schlechtes, schönes und weniger schönes, aber trotzdem ist und bleibt er MEIN Seelenpferd. So verhasst dieser Begriff auch sein mag, es ist einfach wirklich so. Von unserem ersten Turnier, bis hin zum ersten Sieg in Springen, Dressuren und Westernprüfungen. Einmalige Erlebnisse bei Ausritten oder in gemeinsamen Urlauben. Wir haben so viele Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert, Diego hat mich in der schwersten Zeit meines Lebens begleitet und mir geholfen über den Scherz hinwegzukommen.
Diego, ohne Dich wäre ich heute nicht der Mensch der ich bin, ohne Dich wäre alles so viel schwerer, langweiliger und viel weniger erlebnisreich gewesen. Ich danke dir für dieses Vertrauen, dass du mir entgegen bringst, für die schöne Zeit, die wir bisher in den letzten 10 Jahren miteinander erleben konnten.
Ich habe schon solche Angst vor dem Tag, andrem du nicht mehr hier bei mir sein wirst. Ich hoffe bis dahin haben wir noch ganz viel Zeit zusammen und können weiterhin viele tolle, lustige und spannende Abenteuer gemeinem erleben.
Du bist vom ersten Tag an mein Herzenspferd gewesen und wirst es auch immer bleiben!
Ich liebe dich, drei Worte die so viel aussagen aber trotzdem viel zu wenig beschreiben was ich für dich empfinde!
Danke! 

Bis zum nächsten Mal!
Wünschen Eva & die handvoll Hufeisen

 

Die meisten Bilder aus diesem Beitrag sind übrigens von der Lieben Doxa von den Cavaliermädchen geschossen worden!

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