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Das Glück auf unserer Seite – Saisonstart 2018

Die Saison 2018 ist in vollem Gange und Muffin und ich waren bereits drei mal auf dem Turnier. Im Vergleich zu den letzten Jahren, in denen ich fast jedes Wochenende auf einem Springturnier unterwegs war ist das nun wirklich nicht oft. Das liegt aber auch vor allem daran, dass es in unserer Umgebung gar nicht so viele Turniere für Westernreiter gibt. Eine Fahrt von über zwei Stunden möchte ich nämlich weder mir noch Muffin öfter als nötig zumuten und so muss ich mir eben die paar wenigen rauspicken.

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Unser Saisonziel

Ich habe euch ja bereits in unserem Jahresrückblick 2017 erzählt, dass ich diese Saison ein ganz bestimmtes Ziel verfolge: den Aufstieg in die LK3.
Im letzten Jahr habe ich mit Muffin die ersten zwei Turniere bestritten (wohlgemerkt die ersten seines Lebens) und in unserer ersten „richtigen“ Saison wollte ich dann direkt den Aufstieg.

Für alle Nicht-(Western-)Reiter: Die Prüfungen auf Turnieren sind in sogenannte Leistungsklassen (LK) eingeteilt. Diese reichen von Lk5-1 und von A-B. „A“ sind die Prüfungen für Erwachsene über 18, „B“ die Jugendlichen unter 18. Leistungsklasse 5 ist für die Turniereinsteiger gedacht und in der Leistungsklasse 1 tummeln sich die Besten der Besten. Möchte man eine Leistungsklasse aufsteigen muss man eine bestimmte Anzahl an Punkten erreichen, die man durch die Platzierungen auf Turniere bekommt.

Für den Aufstieg in die Leistungsklasse 3 werden 30Punkte benötigt. Ist ja nichts, dachte ich noch Ende letzten Jahres, bis mir schlagartig bewusst wurde: „Nächstes Jahr wird die erste Saison unter den Erwachsenen!“. Da sah ich meine neue Leistungsklasse schon versinken, glaubt es mir. Die erste richtige Turniersaison mit Muffin und dann direkt bei den Erwachsenen? Ich glaube ich habe mir wochenlang vor dem ersten Turnier schon den Kopf darüber zerbrochen, was passiert wenn…
Ja, was denn eigentlich? Das wusste ich wohl selbst nicht so genau, denn eigentlich ist es ja völlig schnuppe wenn ich mein Ziel eben nicht direkt in der ersten Saison erfüllen kann, vielleicht klappt es dann das nächste Jahr?

Das erste Turnier 2018 – Hüttblek

Als erstes ging es für uns nach Hüttblek aufs Turnier. Genannt waren eine Ranch Riding und eine Pleasure. Auf dem Weg dorthin fing es natürlich – wie sollte es auch anders sein – an zu regnen. Dort angekommen wurden erstmal die Starterlisten gecheckt und der Pferdepass zur Kontrolle abgegeben. Durch sehr hohe Starterzahlen wurde die Pleasure dann in zwei Abteilungen, sogenannte „Go’s“ aufgeteilt. Das gab mir in meiner Aufregung noch mal einen ordentlichen Schub nach vorne. Wir waren in der zweiten Abteilung dran. Also rein – Muffin und Ich waren beide aufegregt, aber wir drehten mehr oder weniger souverän unsere Runden, wodurch wir es in den „Final-Go“, also die Finalrunde der beiden Abteilungen schafften. Zu meiner Überraschung, kontten wir scheinbar wirklich überzeugen und gewannen die Prüfung auf unserem ersten Turnier unter den Erwachsenen. Dadurch erhaschten wir uns unsere ersten 6 Punkte. Ich habe mich danach entschieden die Ranch Riding sausen zu lassen, Muffin lief super und das Wetter war wirklich sehr bescheiden. Nach einem Sieg darf man auch mal schwänzen, hoffe ich!

Luhmühlen

Der Saisonstart war also mehr als geglückt und das nächste Turnier in Luhmühlen stand vor der Tür. Diesmal sollte es in die Pleasure, die Horsemanship und die Ranch Riding gehen. Erstaunlicherweise hatten wir wiklich Glück mit dem Wetter, also keine Ausrede zum Prüfungen-schwänzen.
Zuerst startete die Pleasure, Muffin war wie immer in der ersten Prüfung etwas spannig, aber wir hatten das Glück, dass die Prüfung in der Reininghalle stattgefunden hat. Die andere Halle findet er nämlich super schrecklich. Uns passierten doch einige Fehlerchen, wurden aber am Ende trotzdem noch mit dem zweiten Platz belohnt! Wahnsinn, oder?
Die Horsemanship war eine reine Katastrophe. So fand ich es jedenfalls, denn er reagierte nur schwammig auf meine Hilfen und war irgendwie alles andere als konzentriert. Nach der Galopptour sprintete er durch den restlichen Teil der Prüfung, ganz nach dem Motto „wer bremst verliert“. Ich hatte wirklich überhaupt kein gutes Gefühl und wollte direkt im Anschluss nach Hause. Danke Mama, dass du noch nicht los wolltest, denn auch hier sind wir 2. geworden! Also wirklich, niemals hätte ich damit gerechnet, aber es wird wohl nicht so schlimm ausgesehen haben, wie es sich angefühlt hat.

Der zweite Tag

Am Sonntag war dann RanchRiding angesagt, vorher haben wir uns noch mit Freunden zum Grillen bei mir Zuhause getroffen und im Anschluss ging es dann los. Aus unerfindlichen Gründen hatte ich den Beginn der Ranch Riding eine halbe Stunde zu spät im Kopf und kam seelenruhig auf den Abreiteplatz. Alle waren irgendwie schon mit Abreiten fertig und die Richter begannen gerade uns in die Halle zurufen. Hups… Naja, passiert, 10 Minuten abreiten reichen doch auch. Zumindest musste es reichen, denn mehr Zeit hatte ich leider nicht.
Also ab in die Arena, diesmal leider in die gruselige Halle und dann auch noch mit dem riesen Problem: Stangen. Wieso die so eine große Baustelle bei uns sind kann ich euch wirklich beim besten Willen nicht sagen, aber Muffin hasst sie trotz täglichem Training. Überraschenderweise meisterte Muffin seine Aufgaben unglaublich souverän und gelassen. Dadurch wurden wir hier mit einem dritten Platz belohnt.
Ein mehr als erfolgreiches Wochenende für uns und dadurch hatten wir schon 14 Punkte gesammelt.

Turnier Steyerberg

Vor einigen Wochen ging es dann für uns los in Richtung Steyerberg auf die Eagle-Free-Ranch. Vor dem Turnier habe ich mich doch ein wenig verrückt gemacht, denn das Starterfeld war verhältnismäßig wirklich groß. Allerdings bin ich hohe Starterzahlen von den Springturnieren noch gewohnt, da war es eigentlich selten unter 30 Startern. Trotzdem war es natürlich eine etwas ungewohnte Situation, gegen ein so großes Starterfeld anzutreten.
Außerdem wollte ich mich mal in einer Reining versuchen und habe Muffin zwei Wochen vorher noch schnell mit den passenden Sliders (besonderer Hufbeschlag für die Sliding Stops) ausgestattet.
Am Freitag nachmittag habe ich mich gemeinsam mit Muffin auf den Weg gemacht. Unser erster Start war zwar erst Samstag Nachmittag, aber wir haben uns dort mit einigen Freunden zum Campen verabredet und da schadet eine Nacht mehr ja auch nicht. Dort angekommen wurde erstmal Muffin’s Paddock aufgebaut und mein neues Pavillon verabschiedete sich schon nach 10 Minuten. Also keinen Unterstand für Muffin. Das war ihm aber glaube ich auch ganz recht, denn das Teil war ihm doch etwas suspekt.

Die erste Reining

Am Samstag Nachmittag ging es für uns los in unsere allererste Reining. Hier war ich schon etwas nervös, denn eine ganz wichtige Lektion dieser Prüfung sind die Spins, also die schnellen Drehungen auf der Hinterhand. Die sind bekanntlich eine unserer größten Baustellen, denn egal ob langsam oder schnell, sie gelingen uns einfach nie so wirklich. Ich glaube dafür sind wir einfach beide ein bisschen zu blöd.
Aber egal, denn was soll schon passieren. Schlimmer als ein letzter Platz oder ein 0-Score kann es ja nun nicht kommen, also haben wir es einfach gewagt.
Die Galoppzirkel waren wirklich gut – so fand ich zumindest, die Spins natürlich wie zu erwarten wirklich schlecht. Und auch die Stops auf die wir zwei Wochen lang trainiert hatten konnten wir nicht wirklich zeigen. Hier war aber weniger Muffin schuld, denn der Boden war einfach nicht optimal zum stoppen und wir kamen nicht wirklich zum sliden. Aber was solls, wir haben die erste Reining überlebt und mir hat es wirklich Spaß gemacht – Ziel also definitv erreicht. Das wir dann auch noch mit einem zweiten Platz belohnt worden ist natürlich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Allround-Horse im Anmarsch

Am Samstag Abend ging es dann für uns noch in die Ranch Riding, ich muss sagen, dass das irgendwie eine meiner Lieblingsdisziplinen ist. Also ging es voller Vorfreude in die Prüfung. Muffin lief bombastisch. Bis auf die vorletzte Lektion – das durchparieren zum Schritt – klappte wirklich alles (gut bis auf diese blöden Drehungen natürlich). Das Starterfeld war groß und umso stolzer war ich, als wir in die Siegerehrung gerufen worden. Dann konnten wir die Ranch Riding auch noch gewinnen und ich war einfach nur überwältigt von diesem Pferd. Wenn man sich mal überlegt, dass das gerade mal Turnier Nummer 5 für Muffin war, ich seit einem Jahr Western reite und wir seit fast genau einem Jahr erst gemeinsam trainieren ist das einfach mehr als unglaublich.
Sonntag war früh aufstehen angesagt, lange schlafen ging sowieso nicht, denn die Rückbank im Auto ist wirklich alles andere als bequem glaubt mir. In aller Früh ging es wieder Richtung Reithalle, denn die Pleasure stand an. Genau wie in Hüttblek wurde aufgrund der hohen Starterzahlen in zwei Go’s aufgeteilt. Diesmal waren wir im Ersten. Vorher wurde ich noch mit ein paar Tipps bombardiert und dann gings auch schon los. Der Schritt war grauenhaft und viel zu schnell, dafür konnten wir im Trab und Galopp wieder ein paar Punkte rausholen und schafften es in die Finalrunde. Der Schritt war nun auch wieder besser und nicht mehr so angespannt, Trab und Galopp saßen zum Glück wie in der Vorrunde. In der Siegerehrung ging mir dann etwas der Stift, denn nicht jeder aus dem Final Go bekommt auch ein Schleifchen. Als unsere Namen dann aber bei der Verkündung des ersten Platzes fielen konnte ich nicht mehr an mich halten und mir sind einige Tränchen entwischt. Natürlich vor Freude und Stolz.

Unsere Schleifen- und Pokalsammlung nach der Siegrehrung.

Fix und Fertig

Von der Pleasure noch völlig geschafft rafften wir uns noch in die Horsemanship. Bei uns beiden war einfach die Luft raus, aber wir haben noch das bestmögliche rausgeholt und konnten uns noch auf Rang 4 platzieren. Der Oberhammer ist aber: Wir konnten unsere erste Lila Schleife mit nach Hause bringen! Wisst ihr was das heißt? Ja, genau! Wir sind All-Around Champion geworden! Ist das nicht einfach der Wahnsinn? Ich kann euch gar nicht sagen WIE stolz und glücklich ich bin, so ein bombastisches Pferd reiten zu können. Es macht einfach jedes Mal so unglaublich viel Spaß. Ganz egal ob Training oder Turnier, Muffin ist einfach super.
Durch dieses Turnier konnten wir einfach unfassbare 24! Punkte erreiten. Wir haben also nach nur drei Turnieren und 7Prüfungen 44 von 30 nötigen Punkten für unseren Aufstieg geschafft. Ist das nicht wirklich der absolute Wahnsinn?

Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie unsagbar dankbar ich bin dieses Pferd reiten zu können. Muffin ist einfach wirklich der Wahnsinn. Ich bin so unglaublich stolz darauf, was wir in nur einem Jahr erreichen konnten und hoffe sehr, dass wir noch viele weitere solcher Erlebnisse gemeinsam teilen und erleben dürfen.

Ich bin einfach so stolz auf den Muffi <3

Das wars schon wieder von uns, vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!
Eure Eva & die handvoll Hufeisen

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