Lichtblicke Turniersport

Wenn Mädchenträume wahr werden…

Ihr kennt es doch bestimmt alle, oder?
Diese Mädchenräume bei denen es eher unwahrscheinlich ist, dass sie jemals in Erfüllung gehen. Aber dafür sind Träume schließlich auch da – eben um zu träumen.
So einen Traum hatte ich auch. Ich sehe es noch vor mir, als ich als kleines Mädchen immer davon geträumt habe, dass ich auch mal auf einer großen Pferdemesse in den Ring reiten werde. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Traum jemals in Erfüllung geht war ziemlich gering, eigentlich sogar eher gleich null, denn ich bin wie viele andere auch einfach ein ganz „normales“ Pferdemädchen. 
Auch heute noch habe ich auf jeder Messe davon geträumt, dass ich irgendwann als Reiter vor dem Zaun und nicht als Zuschauer dahinter stehen kann. 
Dieses Jahr war es endlich soweit. Einer meiner Mädchenträume ging dank Sina von der EWU-Niedersachsen in Erfüllung. Ich darf mit Muffin auf die Pferd & Jagd-Messe nach Hannover reisen und dort von Donnerstag bis Sonntag die Western-Vorführung reiten. 

Schon Wochen vorher konnte ich mich vor Aufregung eigentlich kaum noch halten und dann kam auch noch die Nachricht von Sina, dass wir Sie beim Messe-Cup Ranch Riding am Freitag vertreten dürfen. Für meine Aufregung war das natürlich eher weniger hilfreich, aber die Vorfreude auf dieses Wochenende hat die Aufregung ein bisschen unterdrückt.

 

Der erste Tag

Am Donnerstag den 07.12 startete ich gemeinsam mit meiner Mama und Muffin die Reise in Richtung Hannover, kurz vor dem Messegelände standen wir noch kurz im Stau, aber nach knapp 2 1/2 Stunden erreichten wir endlich den Parkplatz. Ich konnte mich vor Aufregung und Stolz kaum auf dem Autositz halten, es war ein so unglaubliches Gefühl den Weg zum Parkplatz zu fahren. Da dürfen schließlich nur die Teilnehmer parken.
So langsam wurde es langsam alles real und ich machte mich auf den Weg um Muffin´s Box zu suchen.
Das Boxenschild war schon angebracht und so zog Muffin in sein neues Zuhause ein. Ich habe mir schon im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht, wie er sich in der Box verhalten würde, denn Zuhause steht er überhaupt nicht gern im Stall und macht immer ordentlich Randale. In seiner „neuen“ Box war das alles vergessen, von Anfang an fühlte er sich wirklich wohl in der mit Teppich und Späne eingestreuten Box und lag sogar jede Nacht zum schlafen. 
Nach einem kurzen Soppingtrip und etwas zu Essen ging es auch schon los: das erste Mal Abreiten und die erste Vorführung. Ich war so gespannt, wie Muffin reagieren würde und ob alles so verlaufen würde wie geplant. Erstaunlicherweise zeigte er sich wirklich cool und entspannt und so meisterten wir unsere allererste Show auf einer so großen Messe.



Tag zwei 

Nach einer kurzen Nacht im super unbequemen Hotelbett ging es wieder zum Messegelände. Um 8Uhr war das Abreiten in der großen Show-Halle für den Messe-Cup-Ranch-Riding. Eigentlich hätte ich dort überhaupt nicht starten können, aber durch den spontanen Ausfall von Sina´s Pferd sprangen wir ein. Die Atmosphäre in dieser Halle war wirklich überwältigend und ich war so aufgeregt vor der Prüfung um 12.00Uhr. 
Nach dem Abreiten durfte Muffin sich nochmal in der Box erholen und um 11 ging es wieder los Richtung Show-Halle. Seine Aufregung war kaum zu bremsen – meine natürlich auch nicht und so kam es natürlich wie es kommen musste:
Pannen gehören eben auch dazu und die vielen Zuschauer und die Atmosphäre gaben ihm den Rest; er wollte einfach nicht „reiten“. Es war fast unmöglich ihn zu kontrollieren und so entschied ich mich dafür abzusteigen und ihm vom Boden aus zu zeigen, dass das alles gar nicht schlimm ist. Ich bin mit ihm gemeinsam Richtung Zuschauer gegangen und habe ihn entspannt eine gesamte Runde um den Ring geführt. Die Zuschauer und vor allem auch mein Pferd haben mir gezeigt, dass das definitiv die richtige Entscheidung war. Am Abend bekam ich die wohl bestärkendste und liebste Nachricht via Facebook von zwei Mädels, die unseren Auftritt beim Messe-Cup verfolgt hatten: 

____„Wir haben Sie heute während der Pferd & Jagd Ranch Riding Prüfung ____gesehen. Wir sind während 
____Ihres Rittes angekommen und sahen Ihr von der Kulisse sehr beeindrucktes ____Pferd.
____Eigentlich möchten wir nur einmal DANKE sagen, für so viel ____Pferdeverständnis und -gefühl einfach abzusteigen, zu loben und Ihrem ____Pferd Sicherheit vom Boden zu geben.
____Wir sind uns aufgrund mangelnder Westernkenntnisse nicht sicher ob sowas ____evtl. Standard ist, aber 
aus unserer Sicht ist das in der heutigen ____Zeit leider nicht mehr selbstverständlich und hat uns sehr ____beeindruckt.
____Danke & Grüße“

Die Nachricht der Mädels hat mich sehr stolz und auch sprachlos gemacht und hat mir auch hier nochmal deutlich gezeigt, dass es definitiv das Richtige war.
Die Vorführung am Nachmittag verlief auch wie am Vortag wieder problemlos und ich bin unglaublich stolz, was dieses Pferd mit seiner doch sehr geringen Erfahrung alles mitmacht. 



Samstag und Sonntag

 

Am Samstag war Muffin sehr spannig und hat auch in der Vorführung ein bisschen rumgemeckert. Die Nächte in der Box haben sich doch ein wenig gezeigt und so durfte er sich danach noch an der Longe austoben. Fand er zwar doof und er wollte bis auf die ersten zwei Runden nicht galoppieren, aber er musste. 
Am Sonntagvormittag longierte ich ihn nochmal und am Nachmittag ritten wir alle die Beste Vorführung von allen. Wir waren glaube ich mittlerweile alle recht entspannt und es war wirklich ein krönender Abschluss dieses Wochenendes!
Ich habe mich zwar bis heute nicht getraut auf mein Konto zu schauen, weil ich gar nicht wissen möchte, wie viel Geld ich auf der Pferd & Jagd gelassen habe. 

Auch der Rückweg war alles andere als schön, es hat geschneit und das nicht zu wenig. 
Mit Muffin auf dem Anhänger und 50km/h auf der Autobahn kamen wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich unversehrt Zuhause an. Aber zum Glück konnten wir den Rückweg mit Pferd überhaupt antreten, wir hatten nämlich den Schlüssel für das Anhänger-Schloss vergessen und mussten es vom Schmied, der glücklicherweise mit seiner Flex vor Ort war öffnen lassen… 
(Das ist mal wieder typisch für mich, die Hauptsache ist, dass ich an mein Essen gedacht habe 😀 ) 
 
Stiefpapi und der Schmied beim Schloss kaputt machen 😉
 
 
Es war ein so gelungenes Wochenende und ich habe von den Mädels so viel mitnehmen können – ich bin ja in der Westernreiterei noch nicht ganz so erfahren – und es hat einfach einen riesigen Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir das vielleicht mal wiederholen können – vielleicht ja sogar im nächsten Jahr auf der Pferd & Jagd? Ich würde mich zumindest riesig freuen die Mädels bald wiedersehen zu können. 
 
Teamwork <3
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